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Clubausflug nach Rügen

Turbulenter Ausflug - Luftflotte aus Haßfurt besucht Rügen


Obwohl das schlechte Wetter den Piloten sehr viel abverlangte und deutlich die Grenzen für die Sicht abhängige Sportfliegerei aufzeigte, kamen alle Besatzungen von der schönsten Ostseeinsel Rügen am Sonntagabend, reich an Erlebnissen und Erfahrung, aber wohlbehalten, wieder zurück nach Haßfurt.

Für den diesjährigen Club-Ausflug war von filigranen Ultraleichtflugzeugen bis hin zu schnellen Cessna-Reisemaschinen, von Langstreckenfliegern und Fluglehrern mit viel Erfahrung, bis zu frischen Flugscheininhabern jede Kategorie vertreten.

Auf der Teilnehmerliste des Motorflugclubs Haßfurt stand eine bunt gemischte kleine Flotte von neun Flugzeugen und 23 Teilnehmern unterschiedlichster fliegerischer Leistungsfähigkeit, die unter der Leitung der MFC-Vorstände Jochen Kost, Bernd Stephan und Erwin von der Forst am Himmelfahrtstag gegen sechs Uhr in aller Früh von Haßfurt aus zum Verkehrslandeplatz Rügen bei Güttin startete. 

Der Start musste wegen einer schneller heranziehenden Wetterfront überraschend auf den frühen Morgen vorverlegt werden. Es gab nur dieses eine Wetterfenster.

Einige Besatzungen sagten ab. Ein Ersatztermin kam nicht in Frage, denn es musste das Hotel fest gebucht werden, und genügend Zimmer für größere Gruppen gibt es auch in der Vorsaison nicht so einfach. Ursprünglich waren sogar fünfzehn Flugzeugbesatzungen gemeldet, der größte jemals vom Motorflugclub organisierte Flugzeugverband.

Die ganze nach einem Briefing bereits stehende Flugwegplanung war aus Wettergründen über den Haufen geworfen. Der letzte Start flog bereits im Regen ab. Der Thüringer Wald wurde wegen tiefer Bewölkung für einige zum unüberwindlichen Hindernis, eine Maschine dreht um. Der Berliner Luftraum wurde östlich weit umflogen.

Zwischenstopp zum Auftanken war der Flugplatz Finow, wo man auf die langsameren Ultraleichflugzeuge wartete. Bei der Landung auf der Insel Rügen empfing die Flieger ein starker turbulenter Wind, aber sonst entschädigte gutes Wetter für die anfängliche Anspannung. 

Die Fliegergruppe bezog Quartier im Ostseebad Göhren, das sofort, auch wegen der sensibel restaurierten, im charmanten Bäderstil der Jahrhundertwende gebauten Häuserzeilen, begeisterte.

Von Göhren aus wurden Ausflüge zu den Kreidefelsen im Naturschutzpark Jasmund, nach Putbus und Sellin unternommen. 

Begeistert fuhr man mit der schmalspurigen Rügen’schen Kleinbahn namens "Rasender Roland", die eher gemütlich vom klassizistischen Putbus aus, einer kleinen Residenzstadt des Fürsten Wilhelm Malte des Ersten - wohlgemerkt, nicht König Alfons der Viertel vor Zwölfte! - hinter der Inselhauptstadt Bergen und ihrem einundneunzig Meter hohen Haus-„Berg“ Rugard, nach dem mondänen Ostseebad Göhren dampft. Anklänge an Jim Knopfs Lummerland, einer Märcheninsel mit zwei Bergen und 'ner Eisenbahn darauf, sind durchaus erlaubt. 

Wetterverschlechterung trat ein. Nichtflieger können sich schwerlich die prickelnde Anspannung vorstellen, die heraufziehendes Schlechtwetter in manchen Fliegerbäuchen hervorrufen kann.

Für den Samstagmorgen, den geplanten Abreisetag, sagte der Wetterbericht noch einen schwachen, aber rasch über Deutschland hinweg schwenkenden Zwischenhochkeil voraus, den eine Vorhut aus drei Flugzeugen für den Heimflug nutzen wollte.

Dass sich auch computerberechnete Flugwettervorhersagen täuschen können, erfuhren diese drei Besatzungen, von denen nur zwei in Haßfurt ankamen, wobei eine Cessna zweimal im Regen zwischenlanden musste, quasi herunter gewaschen wurde. Eine Maschine landete im thüringischen Arnstadt.

Das Gros startete dann am Sonntagnachmittag, wieder bei beachtlicher Windstärke und anfangs absinkender Bewölkung. Wie Jochen Kost berichtet, bedeutete der Heimflug zwar „kein entspanntes Fliegen“, die Ultraleichten seien wohl auch arg geschüttelt worden, aber „die Sichten waren durchwegs gut und es bestand zu keiner Zeit eine ernstliche Gefahr“. Nach rund viereinhalb Stunden berührten die Räder wieder Haßfurter Boden.

Der MFC Haßfurt veranstaltet in loser Folge Ausflüge, um seinen Mitgliedern die Möglichkeit zu geben in der Gruppe fliegerische Erfahrungen zu sammeln. Sicherheit durch gute Vorbereitung stehen dabei im Mittelpunkt. Im jedem Cockpit sitzt wenigstens ein erfahrener Pilot, denn nach dem Start fliegt man seinen Weg, ist jede Besatzung auf sich allein gestellt. 

Autor: Harry Eiselt




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